Ein Koi in leuchtenden Korall- und Pinktönen, umgeben von wirbelndem Wasser. Das Sinnbild dieses Blogs: ruhig gegen den Strom schwimmen.
KOI

Der Koi steht für Glück und dafür, ruhig gegen den Strom zu schwimmen.

Gegen den Strom

Langsam lesen in einer schnellen Welt.

Warum ich das Dauer-Scrollen gegen Bücher getauscht habe und was ruhiges Lesen mit meinem eigenen Kurs zu tun hat.

Ich war die Frau, die beim Frühstück scrollt, in der Bahn scrollt und abends auf dem Sofa noch einmal alles nachliest, was tagsüber schon an ihr vorbeigelaufen war. Danach fühlte ich mich nie besser. Nur schneller gebraucht.

Irgendwann habe ich gemerkt: Ich las den ganzen Tag, und trotzdem hatte ich das Gefühl, gar nichts mehr richtig zu lesen. Alles war kurz, laut und sofort wieder weg. Was mir fehlte, war nicht mehr Inhalt. Es war Ruhe.

Mein Aha-Moment
Die Welt wollte, dass ich schneller scrolle. Das Buch wollte nur, dass ich bleibe.

Meine Geschichte

Wie das Buch gewonnen hat

Anfang

Der Abend, an dem ich umgeschwenkt habe

Es war kein großer Plan. Ich hatte ein Buch angefangen, das seit Monaten auf dem Nachttisch lag, und habe das Handy in einen anderen Raum gelegt. Eine Seite wurde ein Kapitel, das Kapitel wurde ein Abend. Ich habe Sätze zum zweiten Mal gelesen, weil ich ihnen Zeit geben wollte, und habe zum ersten Mal seit Langem wieder abends müde auf das Papier geschaut statt auf ein Display.

Haltung

Lesen als leiser Widerspruch

Alles um mich herum will, dass ich schneller konsumiere: kürzere Videos, kürzere Meldungen, weniger Ruhe. Ein Buch macht das Gegenteil. Es will nicht, dass ich schneller werde, sondern dass ich bleibe. Genau darin liegt für mich das Schwimmen gegen den Strom: nicht laut, nicht aufgeregt, sondern einfach ruhig weiterlesen, während alles andere schneller wird.

Mein Fazit

Weniger Tempo, mehr Sätze, die hängen bleiben.

Ich habe nicht weniger Text in meinem Leben. Ich habe ihn nur anders sortiert: Wichtiges lese ich langsam, Unwichtiges lasse ich vorbei. Wer auch einmal aus dem Strom aussteigen möchte, braucht dafür nichts weiter als ein Buch und einen Abend.

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